Die Nationalparks im Westen der USA « oder: 11 Highlights und eine bittere Enttäuschung »

Mit unserer ersten gemeinsamen großen Reise haben wir uns den lang gehegten Traum eines knapp dreimonatigen Roadtrips durch den Westen der USA erfüllt. Mit im Gepäck waren Zelt, Isomatte und Schlafsack. Neben den Großstädten standen natürlich die Nationalparks im Vordergrund, in denen wir die Vielschichtigkeit der Natur hautnah erleben durften.

Wir haben deshalb 11 Nationalparks ausgesucht, die du dir nicht entgehen lassen solltest und einen, auf den du getrost verzichten kannst.

  1. Joshua Tree Nationalpark

Der erste Nationalpark, den wir auf unserem Trip besucht haben, war zugleich auch einer der schönsten.

Benannt nach den gleichnamigen Bäumen, erreichst du den Joshua Tree National Park von San Diego bzw. Los Angeles in ca. 3 Stunden mit dem Auto. Nachdem wir unser Zelt zwischen den kahlen Felsriesen im Schatten eines Baumes aufgeschlagen hatten, sind wir gleich losgezogen und bis zum Sonnenuntergang auf den Steinen herumgeklettert, ohne auf eine andere Menschenseele zu treffen. An den Sonnenuntergang über der Mojave Wüste denken wir heute noch mit Wehmut zurück.

Nationalparks USA

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  1. Arches Nationalpark

Nachdem wir sämtliche Arches und Viewpoints entlang der Parkstraße besichtigt hatten, wollten wir nur schnell zum Delicate-Arch-Viewpoint und uns dann im Schatten ausruhen. Aber weit gefehlt, denn schon von Weiten konnten wir erkennen, dass dieses wohl der schönste aller Bögen sein wird. Also: Kein Ausruhen, sondern hoch auf den Berg! Wir hatten das Glück am Tag einer Sonnenfinsternis dort zu sein. Dieses Schauspiel wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Mit zwei UV-Brillen im Rucksack sind wir eine Stunde lang über steile Felshänge, schmale Pfade und Felsspalten gewandert, bis wir auf der natürlichen Plattform vor dem Steinbogen angekommen waren. Die Bilder lügen nicht, es ist wahrhaft einer der tollsten Anblicke, die man sich vorstellen kann. Das düstere Zwielicht der Sonnenfinsternis tauchte das Ganze in ein überaus mystisches Licht.

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  1. Grand Canyon Nationalpark

DER Klassiker der Nationalparks darf natürlich auf keiner Reiseroute fehlen. Was uns am meisten überrascht hat, war die Tatsache, dass es rund um die Schlucht keinerlei Absperrungen gibt. Das haben wir natürlich gleich ausgenutzt und unser Frühstücks-Panorama-Picknick an den äußersten Rand verlegt. Unser Zeltplatz mitten im Wald und umringt von Rehen war einer unserer liebsten. Mit einem Hubschrauberflug über den Canyon war unser Aufenthalt dort perfekt.

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  1. Antelope Canyon Tribal Park

Eigentlich kein National- sondern ein Tribal Park, musste der Antelope-Canyon trotzdem auf unsere Liste. Die unterirdischen Felswindungen leuchten, je nach Tageszeit, orange, rot oder lila. Entschieden haben wir uns für den Lower Antelope Canyon, der zwar nicht so tief und dunkel ist wie sein großer Bruder, dafür aber wesentlich länger und damit steht er diesem in nichts nach. Der Ein- und Austritt erfolgt ausschließlich geführt über eine Eisentreppe, die in die Tiefen einer unscheinbaren Spalte im Boden hinabführt. Bei unserem Besuch durften wir unser Stativ nach vorheriger Anmeldung und dem Bezahlen einer Extragebühr mit hinunternehmen. Da die Touren ca. 15 Minuten auseinanderliegen, lohnt es sich vor allem zur Hochsaison am Ende der Gruppe zu bleiben, um ein menschenleeres Foto der bunten Steinformationen zu ergattern.

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Nationalparks USA Antelope Canyon

  1. Bryce Canyon Nationalpark

Der erste Gedanke, der uns beim Stichwort „Bryce Canyon“ einfällt ist dieser: KAAALT! Während unserer zwei Nächte, die wir dort verbracht haben, hat es nämlich geschneit. Wir lagen bei Minusgraden in gefühlt 27 Schichten Kleidung eng aneinander gekuschelt in unserem Zelt und hatten Angst vorm Kältetod. Allerdings gibt es noch viele andere Gedanken zu diesem Nationalpark. Die Felsformationen, getaucht in das Abendlicht der untergehenden Sonne, haben es auf viele unserer Fotos geschafft.

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  1. Yellowstone Nationalpark

„Man muss schon sehr viel Glück haben, um hier Bären zu sehen. Stellt euch nicht darauf ein, einen solchen vor die Linse zu bekommen.“  Unser Glück war demnach wohl riesig. Wir haben an nur einem Tag gleich sechs Bären beobachten können. Außerdem landeten wir ganze zweimal in einer Büffelherde, die uns am Weiterfahren hinderte und wurden von einem Kojoten überrascht, der plötzlich neben uns am Straßenrand stand. Neben der beeindruckenden Fauna, waren wir auch von den Geysiren und den heißen Quellen fasziniert. Wir können zwar gerne auf den Schwefelgeruch verzichten, würden aber dem spuckenden „Old Faithful“ und dem „Morning Glory Pool“ gerne noch einmal einen Besuch abstatten.

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  1. Yosemite Nationalpark

Wandern, klettern, spazieren, im eiskalten Wasserfall baden – das sind unsere Erinnerungen an diesen großartigen Nationalpark. Zu Recht ist der Yosemite Nationalpark einer der berühmtesten Parks der USA und gleichzeitig auch einer unserer Favoriten. Trotz ursprünglicher Fehlbuchung hatten wir Glück und konnten auf einem zentralen Campingplatz mitten im Wald übernachten. Und ganz ehrlich? Wer braucht schon Duschen, wenn es Wasserfälle gibt? Wegen seiner Größe kannst du hier natürlich Wochen in der Natur wandern und klettern.

Den besten Ausblick über das Yosemite Valley und den Half Dome hatten wir vom Glacier Point. Abends kommen hier oben viele Besucher zusammen, um den Sonnenuntergang zu bewundern. Wenn du zur richtigen Jahreszeit dort bist, kannst du sogar sehen, wie sich der gegenüberliegende Wasserfall feuerrot verfärbt. Aber Achtung! Bist du mit dem eigenen Auto unterwegs, musst du auf der Fahrt nach unten gut aufpassen, denn im Dunkeln schleichen sich die Coyoten aus ihren Verstecken und gehen in den Wäldern auf Beutejagd.

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  1. Julia Pfeiffer Burns State Park

Unser Geheimtipp ist kein wirklicher Nationalpark, sondern, aufgrund der Größe „nur“ ein Statepark.

Aber wer jetzt meint, ein Besuch lohne sich nicht, der irrt sich gewaltig, denn an Schönheit steht dieser Fleck Natur seinen großen Geschwistern in nichts nach. Wir hatten das Glück einen der zwei einzigen Zeltplätze dort zu ergattern und konnten mit unseren lieben Nachbarn einen wundervollen Abend am Lagerfeuer mit Blick auf den Atlantischen Ozean genießen. An diesem wunderbaren Ort haben wir außerdem den schönsten Sonnenuntergang unserer Reise erlebt und auch ohne Camping können wir einen Besuch nur dringendst empfehlen.

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  1. Monument Valley Tribal Park

Der Moment, in dem du in deinem Auto die lange, gerade Straße entlangfährst und vor dir die weltberühmte Silhouette des Monument Valley auftaucht: Unbezahlbar! Unser Aufenthalt dort war auf Grund der Hitze dann aber leider eher kurz. Wir hatten zwar einen Campingplatz reserviert, aber dieser bot keinerlei Schatten. Bei 45 Grad nicht optimal, weshalb wir dort dann letztendlich auch nicht übernachtet haben.

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  1. Death Valley Nationalpark

Der trockenste Nationalpark der USA liegt in der Mojave-Wüste. Dass die Region ein Hitzepol ist, können wir nur bestätigen. Als wir aus unserem klimatisierten Auto ausgestiegen sind, traf uns fast der Schlag. Der Hitzeschlag. Es war nicht nur einfach heiß, der leicht wehende Wind war dazu so warm, dass uns das Atmen schwerfiel. Nach nur wenigen gegangenen Metern fühlten wir uns wie nach einem Halbmarathon. Durchgeschwitzt und völlig außer Atem. Mit viel Wasser ausgestattet, haben wir es doch geschafft, sämtliche Must-Sees abzuklappern.

Eigentlich wollten wir auch hier auf einem der Campingplätze übernachten, standen aber überall vor verschlossenen Toren. Wegen der hohen Temperaturen waren die Plätze alle geschlossen, so dass wir noch in der Nacht nach Las Vegas weitergefahren sind.

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  1. Valley of Fire State Park

Wieder „nur“ als State Park deklariert, liegt das Valley of Fire vor den Toren Las Vegas. So lohnt sich auch ein Tagesausflug in die rote Gesteinswelt.

Der Campingplatz liegt malerisch am Fuße einer kleinen Steinklippe, die in der Abendsonne ein wunderschönes Farbspiel vollzieht.

Was du bei einem Besuch im Valley of Fire auf gar keinen Fall auslassen darfst, ist die kleine Wanderung zur gestreiften Felsformation „The Wave“. Diese gestreifte Welle ist, im Vergleich zu ihrer sehr überlaufenen Namensschwester, noch ziemlich unbekannt und auch nur bedürftig ausgeschildert. Gerade das macht diesen Ort jedoch so besonders, weil du bei einem Besuch gute Chancen hast, ganz für dich alleine zu sein.

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  1. Channel Islands Nationalpark – die große Enttäuschung

Nach all den schönen Erlebnissen, die uns in ewiger positiver Erinnerung bleiben werden, wollen wir dir auch die bitterste Enttäuschung unserer Reise nicht vorenthalten. Angepriesen wurden uns die Channel Islands als ein Refugium von Flora und Fauna mit einzigartigen Spezies und einer Vielzahl schöner Wanderwege.

Nun, die Wanderwege gab es tatsächlich, aber er Rest war… nun ja… in unseren Augen nicht vorhanden. Wer schon einmal in seinem Leben über ein karges Feld gelaufen ist, hat alles gesehen, was es hier zu sehen gibt. Die gesamte Insel (wir waren auf Santa Cruz) war trocken, unscheinbar und bis auf ein paar Bäume am Campingplatz auch nicht bewachsen. Die Küstenlandschaft ist zwar nett, aber vom Wasser aus viel interessanter. Wer hierher kommt, war vorher wahrscheinlich auf dem Highway Nr.1 unterwegs und hat damit schon viel schönere Küstenabschnitte gesehen. Das Einzige, was uns den Aufenthalt dann doch etwas versüßt hat, waren die frechen kleinen Inselfüchse, die gerne in Zelten, Rucksäcken und Taschen nach Essen gesucht haben.

Nationalparks USA

Abgesehen vom Zion Nationalpark, in den wir es bedauerlicherweise nicht geschafft haben, gibt es einen Park, den du uns noch empfehlen würdest? Welcher ist dein Lieblingsnationalpark im Westen der USA?

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