Belgien mit dem Zug «oder: Zwei Wochen lang von Stadt zu Stadt»

Schon länger haben wir überlegt, dass wir für eine Reise nicht in den Flieger sondern in einen Zug steigen. Etwas anderes ausprobieren. Unser Plan: Von Regensburg über Brüssel nach London und zurück. Zwei Ziele auf einen Streich. Klingt perfekt, oder? Das haben wir uns auch gedacht und sind in Regensburg in den ICE gesprungen. Aber: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Da wir ohne Reisepass nicht in den Eurostar steigen durften – unser Personalausweis reichte nicht (Ja, wären wir mal nicht so blauäugig gewesen und hätten uns im Vorfeld genauer erkundigt.) – haben wir uns sehr spontan (in dem Fall bereits mit gepackten Koffern am Bahnhof stehend) entschieden, Belgien einfach noch weiter zu erkunden. Manchmal weiß das Schicksal eben genau, was es macht, denn unser Zug-Trip durch Belgien hat uns zwei Wochen lang von einer wunderbaren Stadt zur nächsten geführt. Hier erzählen wir dir, was uns verzaubert hat, was uns enttäuschte und warum wir einen wundervollen Belgien-Urlaub hatten.

Brüssel

Die belgische Hauptstadt wurde uns schon öfter als eintönig und unspektakulär beschrieben. Deshalb sind wir ohne große Erwartungen angereist und waren vielleicht auch gerade deshalb so angenehm überrascht von dieser Stadt. Brüssel kann mit dem Kleinstadt-Charme, den Gent und Brügge versprühen, natürlich nicht mithalten, ist aber bei Weitem nicht langweilig und schon gar nicht hässlich. Neben vielen wohlbekannten Touristenattraktionen können wir eine Erkundung zu Fuß nur wärmstens empfehlen. Auch kulinarisch hat Brüssel wirklich so einiges zu bieten.

Belgien Tipps

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Brussels Must SeeBelgien Tipps

Café-Tipp 1: Tich:
Rue de Namur 25, 1000 Brüssel, Belgien

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Café-Tipp 2: Hinterland
Chaussée de Charleroi 179, 1060 Brüssel, Belgien

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Restaurant-Tipp: Otomat
Rue du Vieux Marché aux Grainesm 6, 1000 Brüssel, Belgien

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Gent

Nur knapp 40 Zugminuten von Brüssel entfernt liegt das zauberhafte Gent, das uns von allen belgischen Städten wirklich am allermeisten verzaubert in seinen Bann gezogen hat. Für uns ist Gent so etwas wie das Amsterdam von Belgien. Alte, geschichtsträchtige Bauten, Kanäle, an denen man die Abendsonne genießen kann, hippe Cafés, vegetarische Burger…  Gent hat uns so gut gefallen, dass wir beinahe auf die letzten Tage in Antwerpen verzichtet hätten, um länger hier bleiben zu können. Die Neugier auf eine weitere Stadt hat am Ende dann aber doch gesiegt und auch, wenn wir unsere Entscheidung nicht bereuen, so würden wir bei der nächsten Gelegenheit auf jeden Fall wieder nach Gent fahren. Und ganz bestimmt auch länger bleiben.

Belgien Tipps

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Belgien TippsGent Tipps

Gent Castle

Café-Tipp: Plus+
14 Ajuinlei, 9000 Gent, Belgien

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Brügge

Eine halbe Stunde Zugfahrt weiter im Westen liegt das malerische Brügge. Vielen wird diese schnuckelige Kleinstadt aus dem Film „Brügge sehen und sterben“ bekannt sein. Schon im Vorfeld war klar, dass uns Brügge gefallen wird, denn eine kleine Stadt mit fotogenen Orten wohin man blickt und einer Altstadt, die man wunderbar zu Fuß erkunden kann, ist einfach genau unser Ding. Was sollen wir sagen? Erwartungen erfüllt. Brügge kommt in unseren Augen zwar nicht ganz an Gent heran, das von dem ganz kleinen Mehr in Richtung Großstadtflair profitiert, aber entgehen lassen darfst du dir Brügge auf keinen Fall. Der Aufstieg über die vielen, vielen Stufen zur Spitze des Glockenturms lohnt sich tatsächlich, denn neben dem Blick über die Dächer der Stadt kannst du hier oben zusehen, wie das alte Carillon die 47 Glocken zum Klingen bringt.

Bruges Tipps

Brügge Tipps Brügge Tipps  Brügge Tipps

Von Brügge nach Oostende ans Meer: Unsere einzige Enttäuschung

Einen ganzen Tag haben wir uns für den Ausflug an die belgische Küste freigehalten, um diese mit der malerisch klingenden Strandbahn zu erkunden. Wer, wie wir selbstverständlich auch, die weißen, von Dünen gesäumten Strände der Nord- und Ostseeküste im Kopf hat, der liegt leider weit daneben. Sämtliche Orte und Städtchen, die wir besucht haben, versprühten so gar keinen Charme. Auch die Promenaden haben, außer jeder Menge All-You-Can-Eat-Fischrestaurants, absolut nichts zu bieten. (Vielleicht waren wir einfach nicht in der Saison unterwegs?!) Etwas desillusioniert mussten wir dann auch noch feststellen, dass die „Strandbahn“ nicht den erhofften Blick auf Meer und Strand eröffnet. Eingepfercht zwischen Rentnern und Schulklassen war alles, was wir durch die mit Musterfolie beklebten Fenster erspähen konnten, Straßen und Sträucher.

Belgien Road Trip

Antwerpen

Im Gegensatz zu den kleinen gemütlichen Städtchen Gent und Brügge ist Antwerpen eine richtige Großstadt, die all das zu bieten hat, was eine solche eben ausmacht. Nach nur 90 Minuten im Zug waren wir angekommen. Die Fußgängerzone erstreckt sich vom Bahnhofsvorplatz über mehrere Kilometer bis zum Ufer der Schelde. Sie führt dich nicht nur vorbei an all den Geschäften, die man erwartet, sondern bringt dich zugleich auch zu einigen historischen Sehenswürdigkeiten, schönen Plätzen und versteckten Orten. Wenn auch wir das Pech hatten, dass sowohl die Burg als auch das Rathaus eingerüstet waren. Am Ende unserer Reise waren die weiten Wege, die wir in Antwerpen zurücklegen mussten, eher ungewohnt. Trotzdem hat unsere Reise hier einen passenden und für uns perfekten Abschluss gefunden.

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Café-Tipp 1: Divers
Volkstraat 9, 2000 Antwerpen, Belgien

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Café-Tipp 2: Munch
Oudaan 15-31, 2000 Antwerpen, Belgien

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Kosten für die Zugfahrten

Innerhalb Belgiens reist es sich wirklich günstig mit dem Zug. Alle Züge waren auch, für uns ganz ungewohnt (Hallo Deutsche Bahn!), stets pünktlich. Auch über die Sauberkeit in den Zügen lässt sich nichts sagen.

Brüssel – Gent: 9 Euro p.P.

Gent – Brügge: 6,60 Euro p.P.

Brügge – Oostende: 8,40 Euro p.P.

Brügge – Antwerpen: 14,80 Euro p.P.

Antwerpen – Brüssel: 7,40 Euro p.P.

Hast du Belgien auch schon bereist? Wir freuen uns über weitere Tipps für unseren nächsten Besuch in den Kommentaren!