Mit dem Mietwagen nach Jerusalem

«oder: Ein Tag in der Heiligen Stadt»

 

Von Tel Aviv aus haben wir mit dem Mietwagen einen Tagesausflug nach Jerusalem unternommen. Unsere Highlights in der Heiligen Stadt und die besten Plätze für ein Panoramafoto (inklusive Geheimtipp) findest du hier.

 

Anfahrt

Du willst mit dem Mietwagen von Tel Aviv nach Jerusalem? Kein Problem! Die Autobahnen bringen dich direkt von einem Ort zum anderen und du wirst dich schnell an den Fahrstil der Israelis gewöhnen. Grundsätzlich lautet die oberste Regel: Einfach fahren.

Für die 60 km bis nach Jerusalem benötigst du, je nach Tageszeit und Verkehr, ca. 1 – 1,5 Stunden.

Die Parksituation in Jerusalem ist, wie in allen Großstädten, nicht die einfachste. Es gibt jedoch einige Parkhäuser, von denen wir uns für das der Manila Mall entschieden haben, da es nur fünf Gehminuten vom Jaffa Gate entfernt liegt. Das Jaffa Gate ist der Hauptzugang zur Jerusalemer Altstadt.

 

Sehenswürdigkeiten in der Altstadt von Jerusalem

Die Altstadt von Jerusalem ist in vier Viertel (christlich, armenisch, jüdisch, muslimisch) unterteilt, die alle ihren ganz eigenen Charme haben. Das Miteinander der drei großen Religionen auf so engem Raum funktioniert meist sehr harmonisch. Das liegt zum Einen natürlich daran, dass die streng Gläubigen sich meist innerhalb der Grenzen ihres Viertels bewegen. Zum Anderen aber sorgt die hohe Polizeipräsenz der jeweiligen Polizeitruppen für Recht und Ordnung. Als Tourist brauchst du dir grundsätzlich also keinerlei Sorgen machen. Wir haben Jerusalem als eine sehr lebhafte, aber durchwegs friedliche Stadt empfunden. Zu keiner Zeit und in keiner Situation fühlten wir uns unwohl.

Jerusalem Grabeskirche

 

Grabeskirche, Christliches Viertel

Die Grabeskirche ist für jeden Christen, der nach Jerusalem kommt, ein absolutes Muss. Nur schwer lässt sich der Salbungsstein Jesu zwischen den Massen an Pilgern und Besuchern erkennen, die kniend und betend Ihre Kreuze auf dem Stein reiben. Weiter im Inneren gelangst du noch zu weiteren mehr oder weniger bedeutsamen Stätten. Das Highlight jedoch ist das Heilige Grab. Um das Grab selbst zumindest für ein paar Sekunden von Nahem zu sehen, musst du dich in die sehr, sehr lange Schlange von Wartenden einreihen. (Und wir reden hier von einer sehr, sehr langen Schlange in der Nebensaison!)

Jerusalem Grabeskirche

Jerusalem Grabeskirche

Jerusalem Grabeskirche

 

Klagemauer, Jüdisches Viertel

Die Klagemauer – auch einfach westliche Mauer genannt – ist eine der bedeutendsten religiösen Stätten des Judentums. Überall hängen Zettel mit Wünschen und Bitten in den Felsschlitzen und der Vorplatz ist gesäumt mit Bar Mizwa Gesellschaften. Frauen und Männer werden hier allerdings durch einen Zaun strikt voneinander getrennt, so dass Mütter, Tanten und Omas nur von der Ferne mitfeiern dürfen. Das Bauwerk an sich ist nicht ganz so beeindruckend, wie wir es uns vorgestellt haben. Vielmehr sind es die Menschen, die du hier siehst, die den Ort besonders machen.

Klagemauer

Western Wall Klagemauer

Klagemuer Jerusalem

 

Tempelberg, Muslimisches/Jüdisches Viertel

Der Tempelberg oder Berg Moriah ist zugleich eines der Hauptheiligtümer des Islams und die heiligste Stätte des Judentums. Ursprünglich die Stätte des ersten Tempels, befinden sich hier oben jetzt der Felsendom und die al-Aqsa Moschee. Der gesamte Tempelberg steht heute unter muslimischer Verwaltung.  Zu den Gebetszeiten müssen deshalb sämtliche Andersgläubige den Tempelberg verlassen. Wer wie ein Tourist aussieht und trotzdem während der Gebetszeiten zum oder sogar in den Felsendom oder die Moschee möchte, muss den Koran zitieren und auf detaillierte Fragen zum islamischen Glauben antworten können.

Dome of the Rock Jerusalem

Jerusalem Felsendom

Jerusalem Tempelberg

 

Mariengrab und Garten von Gethsemane

Über eine Treppe am Fuße des Ölberges gelangt man hinab in die Katakomben des Mariengrabes. Die vielen Leuchter, die nackten Felswände und der Gesang der Betenden geben diesem Ort einen sehr mystischen Touch. Das Mariengrab ist nicht annähernd so überlaufen, wie das Jesusgrab in der Grabeskirche. Gleich gegenüber befindet sich der Eingang zum Garten von Gethsemane und der Kirche der Nationen.

Gethsemane Jerusalem

Jerusalem Gärten von Gethsemane

 

Die Straßen von Jerusalem

Besonders in den muslimischen und christlichen Vierteln sind die Gassen und Straßen mit Verkäufern, Ständen und kleinen Läden gesäumt. Die berühmteste und vollste Marktstraße in Jerusalem ist die King-David-Straße, die am Jaffa Tor beginnt und bis zum Anfang des muslimischen Viertels führt.

Jerusalem Davidstraße

Jerusalem Markt

Marketstreet Jerusalem

Jerusalem

Jerusalem Market

Teppichverkauf Jerusalem

 

Über den Dächern von Jerusalem

Die verwinkelten Gassen und Straßen der Altstadt von Jerusalem sind ein wunderbarer Ort um Fotos zu schießen. Noch besonderer ist jedoch die Aussicht über das Dächermeer bis zur goldenen Kuppel des Felsendoms. Wir haben die besten Orte für ein Panoramafoto zusammengefasst.

Jerusalem Ölberg

 

Davidszitadelle

Gleich nachdem du die Altstadt Jerusalems durch das Jaffa-Gate betrittst, stehst du an der Davidszitadelle. Im Inneren hast du die Möglichkeit, viel über die Geschichte Jerusalems zu lernen – es gibt täglich ab 11 Uhr eine kostenlose Führung, für die du dich nur registrieren musst – und einfach den Ausblick vom Dach der Zitadelle zu genießen. (Eintritt: 40 Schekel pro Person, ca. 10 Euro)

Jerusalem Davidscitadelle

Jerusalem Davidsturm

Jerusalem Panorama

 

Turm der Erlöserkirche

Die 280 Stufen des Turms der Erlöserkiche (die Wendeltreppe ist sehr eng!) bringen dich zwar nicht zur besten Aussicht, aber der Blick zur Grabeskirche und die umliegenden Gassen ist die Anstrengung auf jeden Fall wert. (Eintritt: 15 Schekel pro Person, ca. 3,50 Euro)

Jerusalem Erlöserkirche

Blick von der Erlöserkirche

 

Ölberg, Ost-Jerusalem

Den klassischen Panorama-Blick hast du allerdings vom Aussichtspunkt am Seven Arches Hotel auf dem Ölberg. Der Fußweg auf den Berg, vorbei am Mariengrab, den Friedhöfen und der Kirche der Nationen, ist zwar ein wenig anstrengend, du wirst die Mühen aber sicher nicht bereuen.

Panorama Ölberg

Viewpoint Ölberg Jerusalem

 

 

Österreichisches Hospiz, Muslimisches Viertel

Unser Geheimtipp ist das österreichische Hospiz nahe dem Lions Gate. Hier findest du nicht nur ein echtes Wiener Kaffeehaus, sondern darfst gegen eine geringe Gebühr auf die Dachterrasse, um die Aussicht zu genießen. Die Eingangstür zum Hospiz ist meistens verschlossen, aber an der linken Seite findest du eine Klingel. Ein kurzes Drücken genügt und die Türe wird dir geöffnet. Wir haben erst gezögert, schließlich wird es tatsächlich als Hospiz betrieben. Aber keine falsche Scheu, die Schwestern freuen sich über Besuch und du wirst sicher nicht der einzige Tourist sein. (Eintritt zur Dachterrasse: 10 Schekel pro Person, ca. 2 Euro.)

Im Garten des österreichischen Hospiz Jerusalem

Auf dem Dach des österreichischen Hospiz Jerusalem

Fast acht Stunden sind wir an diesem Tag durch Jerusalem gelaufen. Ohne Pause. Selbst gegessen haben wir im Gehen. Acht Stunden, die für diese Stadt nicht genug sind. Das wissen wir. Acht Stunden, in denen wir so viele Eindrücke gesammelt haben, dass es uns fast zu viel war. Acht Stunden, die wir für immer in Erinnerung behalten werden.

Warst du auch schon in Jerusalem und hast noch einen weiteren Geheimtipp für uns und unsere Leser? Wir freuen uns, wenn du ihn hier teilst!