Welcome to LA

«oder: Unsere Top Ten in der Stadt der Engel»

Ein neues Land zu entdecken ist für uns eines der besten Gefühle überhaupt. Selten waren wir so aufgeregt wie vor unserer ersten großen gemeinsamen Reise. Unser knapp drei Monate dauernder Trip in den USA startete in Los Angeles (sprich Ändscheles, nicht Äinscheles), der Stadt der Engel. Sehr engelhaft geht es hier allerdings nicht zu. Die Meinungen sind gespalten. Manch einer ist begeistert vom Trubel und der Vielfältigkeit, andere sind enttäuscht, weil der erwartete Glamour ausbleibt. So viel sei vorab gesagt: Unsere Meinung ist nach wie vor keine eindeutige. Wir waren überwältigt und anfangs von der Größe und dem „wuseligen“ Leben völlig überfordert, haben aber ein paar schöne Plätze für uns entdeckt, die wir auch wieder besuchen würden.
Hier ist nun unsere Top-Ten-List für Los Angeles:

  1. Hollywood

Hollywood ist der wohl bekannteste Stadtteil von Los Angeles. An so gut wie jeder Ecke wurden uns Straßenkarten mit den eingezeichneten Häusern der Promis angeboten, die wir aber dankend abgelehnt haben. Ganz widerstehen konnten wir dann aber doch nicht. So haben wir uns natürlich schon ein paar der Villen angeschaut (geht auch ohne überteuerte Karte von der Straße), deren Grundstücke teilweise ganze Blocks umfassen. Zumindest fast angeschaut – wegen der hohen Zäune sieht man meist nicht wirklich viel von dem, was sich hinter den Mauern verbirgt. Solltest du also sehr viel Wert auf einen guten Blick auf die Star-Behausungen legen, solltest du dich vielleicht einer „Home oft the Stars“-Tour anschließen.

  1. Hike the Hollywood-Sign

Ein absolutes Muss ist die Wanderung zum Hollywood-Sign. Der richtige Weg ist mangels Beschilderung nicht ganz einfach zu finden, aber die Mühe absolut wert. Belohnt wirst du durch einen tollen Blick auf den Schriftzug und die riesige Stadt.
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lisa_ueber_laEines solltest du allerdings nicht tun: Über den Zaun klettern, um an das Schild zu gelangen. Es kursieren Geschichten von unfassbaren Geld- und Gefängnisstrafen. Und das nur für den Kletterversuch.
Jetzt aber zum Fußweg zu den Buchstaben:
der-weg-zum-hollywood-signEs gibt im Internet viele Anleitungen, die verschiedenste Wanderungen zum Schild vorschlagen. Da wir einen Mietwagen hatten, haben wir uns entschieden, möglichst nahe an das Schild zu fahren und erst ab der Sunset Ranch zu laufen.  Startpunkt ist der Parkplatz am Ende des Beachwood Drives kurz vor der Sunset Ranch. Von hier aus folgst du dem Pfad, der kurz darauf zu einer T-Kreuzung mit dem Hollyridge Trail führt. Hier musst du nach links. Nach 150 Metern erreichst du auch schon den ersten Aussichtspunkt, von dem aus du alle neun Buchstaben gut sehen kannst. Weiter geht es den Weg entlang bis zur Kreuzung mit der Mullholland Fire Road. Hier biegst du links ab und wanderst bis zur Teerstraße, auf die du anschließend rechts abbiegst. Auf dieser Straße bleibst du nun gute 1,5 Kilometer, bis du ganz oben angekommen bist. Auf dem Weg lohnt sich der Blick nach Osten zum Griffith Observatorium und nach Norden über Burbank und die Verdugo Mountains. Nach der letzten Haarnadelkurve stehst du auch schon über dem „H“. Jetzt folgst du der Straße am Maschendrahtzaun entlang bis zur Absperrung und gehst links den Pfad hinauf. Hier oben, 500 Meter über dem Meer, bietet sich dir ein toller Rundumblick bis zu den östlichen Ausläufern der Santa Monica Mountains und das Ausmaß von Los Angeles lässt sich zumindest erahnen.

  1. Walk of Fame

Der Hollywood-Boulevard ist eines der, wenn nicht gar DAS Wahrzeichen von Los Angeles. Jeder Tourist möchte die Namen der Stars in den Gehwegplatten sehen.
walk-of-fameWir starteten mit dem Auto von Hermosa Beach, fuhren durch West Hollywood und Beverly Hills und erreichten einige Zeit später den Hollywood Boulevard. Auf dem fuhren wir immer weiter nach Osten, bis wir in eine Gegend kamen, die irgendwie so gar nicht nach Glitzer und Glamour ausah, obwohl wir laut Navi schon längst hätten angekommen sein sollen. Nach ein paar weiteren 100 Metern kehrten wir schließlich um und bemerkten beim genauen Hinsehen, dass da doch tatsächlich schon Sterne auf dem Bürgersteig waren. Irgendwie war es uns aber doch zu unwirtlich hier und so fuhren wir – Lisas Blick immer auf den Fußweg gerichtet – in die andere Richtung, bis wir einen Parkplatz gefunden hatten, von dem aus wir auch gleich beim TCL Chinese Theatre waren.
kodak-theaterHier war der Teufel los! Mindestens fünf Michael Jacksons, der bärtige Typ von Hangover, jede Menge Transformers, Darth Vader höchstpersönlich und etliche Filmfiguren mehr, boten sich für Fotoshootings an. Gegen Bezahlung versteht sich. Dazwischen liefen unzählige asiatische Reisegruppen, die ihr Glück kaum fassen konnten. Wir  ließen trotzdem unseren Blick meistens auf dem Boden, um die 2.554 Sterne (mittlerweile sogar schon 2.574) auch alle zu sehen. Ja, es sind tatsächlich so viele rosafarbene Sterne! Und wir haben sie alle gesehen. Alle. Und die Ausmaße völlig unterschätzt. Der Walk of Fame zieht sich nämlich zu beiden Seiten des Hollywood Blvd. über 18 Häuserblöcke von Ost nach West und drei weitere Blöcke in nordöstlicher Richtung vom Sunset Blv. entlang der Vine Street bis zur Yucca Street. Wir waren anfänglich einfach am falschen Ende.
Fazit: Du brauchst viel Zeit, bequeme Schuhe und genügend Speicherplatz auf der SD-Karte.

  1. Observatorium

Der relativ weite Weg zum Griffith Observatory lohnt sich in jedem Fall. Solltest du – wie wir – mit dem Mietwagen unterwegs sein, ist es, dank der guten Beschilderung, ziemlich einfach zu finden. Reist du allerdings in der Hochsaison, kann es gut sein, dass der Parkplatz voll besetzt ist und du auf der Hinfahrt erst einmal im Stau stehst. Die Fahrt ist aber auch mit dem Shuttle-Bus möglich und in diesem Fall eine gute Lösung. Dieser fährt am Wochenende alle 35 Minuten von der Vermont/Sunset-Haltestelle zum Observatorium und zurück. Die Fahrt dauert, je nach Verkehr, mindestens 15 Minuten.
picsart_08-05-08-33-20Du kannst natürlich auch hinauf wandern, radeln oder reiten. Wie auch immer du nach oben kommst, der Blick von hier auf die Stadt ist gerade bei und nach Sonnenuntergang einfach unbeschreiblich schön.

  1. Mullholland Drive

Diese Straße ist vor allem durch den gleichnamigen Film bekannt geworden. In Wirklichkeit ist die Straße der Finsternis aber ganz und gar nicht finster, sondern lockt mit Promi-Villen und spektakulären Blicken von den Santa Monica Mountains aus. Mit dem Mietauto starteten wir in den Hollywood Hills am Highway 101 und folgten der zweispurig-gewundenen Straße bis zur Interstate 405. Wir sind hier ab- und zurück in die Stadt gefahren. Du kannst dem Mullholland Drive allerdings auch noch weiter folgen, bis du zum San Vincence Mountain Park kommst. Hier endet die Teerstraße und verwandelt sich in einen für Autos gesperrten Schotterweg. Weil wir hier nicht waren, können wir auch nicht sagen, ob es wirklich so schön ist, wie gerne behauptet wird. Wenn aber der Rest des Mulholland Drives das hält, was der Anfang schon verspricht, lohnt es sich auch bis zum Schluss. Die Fahrt bis zur 405 dauert, obwohl sie nur ca. 20 km lang ist, ohne Stopps, eine gute Stunde. Du solltest für deinen Ausflug also genug Zeit einplanen.
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  1. Original Farmers Market

Wir lieben es, auf unseren Reisen Farmer`s Markets zu besuchen. Wie auch die kleinen gemütlichen Märkte, auf denen die lokalen Bauern ihr Obst und Gemüse verkaufen, ist der LA Market ein Ort zum Spazieren, Probieren, Essen und Trinken. Das besondere in LA ist, dass der Markt, der eigentlich mehr einer Open-Air-Shopping-Food-Mall gleicht, eine permanente Einrichtung ist, die nicht nur in Intervallen, sondern jeden Tag stattfindet.
Der Markt besteht aus mehr als 100 Restaurants, Souvenirshops und Essensständen.  Zum Glück fehlen auch die für einen Farmer`s Market typischen Obst- und Gemüsehändler nicht.  Zwischen all den Ständen verbrachten wir ein paar schöne Stunden und kauften (überteuerte) Souvenirs.

  1. La Brea Tar Pits

Die Teergruben in La Brea sind – nun ja – Gruben mit qualmendem und blubberndem Teer. Das klingt eigentlich wenig spannend, aber das Faszinierende ist, dass diese Gruben, die mit natürlichem Asphalt gefüllt sind, mitten in LA liegen und hierin ein vollständiges Ökosystem aus dem Eiszeitalter konserviert worden ist. Bisher wurden über 100 Tonnen Fossilien, 1,5 Millionen Knochen und 2,5 Millionen Überreste aus den Teergruben geborgen, darunter auch spektakuläre Funde wie Säbelzahntiger und Mammuts. Deren Todeskampf wurde im Teer in typisch amerikanisch-dramatischer Weise nachgestellt .
Nebenan steht das George C. Page Museum, in dem du den Wissenschaftlern und Volontären bei ihrer Arbeit zusehen kannst.
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  1. Santa Monica

Die Strandstädtchen von LA sind, im Gegensatz zu Hollywood und der Innenstadt, eine ganz andere Welt. Uns gefiel Santa Monica besonders gut.
Mit dem Beach-Cruiser oder den Rollerskates kannst du den geteerten Weg am Strand entlangfahren, den berühmten Santa Monica Pier besuchen, surfen oder in der Fußgängerzone in „Downtown“ Santa Monica shoppen.
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dsc_1191-2Der Santa Monica Pier ist ein Wahrzeichen, welches wohl jeder schon einmal im Fernsehen gesehen hat. Aber noch viel schöner als der Pier ist die Einkaufsstraße, wo es neben vielen tollen Modeläden auch bestes Essen und hippe Cafés gibt. Gerade deshalb ist Santa Monica für Menschen wie uns, die Stunden mit „People-Watching“ verbringen können, ein Traum.

  1. Malibu

Nicht wirklich in LA gelegen, aber spätestens seit Two And A Half Men, ist Malibu auf jeder Reiseroute eingezeichnet. Von Norden kommend hielten wir erst am Aussichtspunkt, wo wir einen grandiosen Blick auf die vielen Villen und den Malibu Beach hatten. Im Ort selber angekommen sind wir eigentlich nie. Die meisten Straßen sind nämlich privat oder mit einer Schranke versperrt und die Strände vor den Villen nicht erreichbar.  Ein Foto von Charlie Harpers Strandhaus kann man also vergessen, wenn man keinen Ärger mit den (bewaffneten) Wachmännern riskieren will.
dsc_1179-2Dafür ist der Zuma Beach frei zugänglich und bei Einheimischen und Besuchern gleichermaßen beliebt, so dass es schnell ziemlich voll und der Parkraum knapp wird.
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  1. Hermosa Beach

In Hermosa, wo wir unsere letzten 2 Nächte des Trips verbrachten, tobt das Leben. Es dreht sich alles um Party und Surfen. Dementsprechend ist das Publikum sehr jung. Und laut. Unser Hostel lag direkt über einem Club mit schlechter Musik, der Großteil der hier nächtigenden Gästen war betrunken oder verkatert. Das hört sich wahrscheinlich schlimmer an als es war, aber gerade für die letzte Nacht hätte es sicher idealere Schlafplätze gegeben – wobei wir uns die aber ohnehin fast nur mit Packen um die Ohren geschlagen haben.
dsc_1220-3In Bezug auf die Stadt und deren Charme, haben wir LA mit geteilten Gefühlen verlassen. Definitiv muss man diesen verrückten Mix aber einmal gesehen und vor allem erlebt haben.

Warst du auch schon einmal in LA? Dann hinterlass uns einen Kommentar und erzähl uns von deinen Highlights!